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Leistungsverträge 2016-2019 mit den Bieler Kulturinstitutionen

erstellt am 19 März 2015 durch tm

Der Gemeinderat hat die Leistungsverträge mit den 29 Bieler Kulturinstitutionen für die Jahre 2016 bis 2019 genehmigt.

(mt) Neun davon sind laut einer Pressemitteilung von regionaler Bedeutung und werden zusammen mit der Region Biel/Bienne-Seeland Berner Jura und dem Kanton Bern finanziert. Die 20 lokalen Institutionen werden künftig alleine von der Stadt getragen.

Einige Institutionen erhalten ab 2016 mehr Mittel. Die Erhöhungen der Beiträge ermögliche eine Stärkung der französischsprachigen Kultur und der Zweisprachigkeit sowie der zeitgenössischen Kunst. Der Stadtrat behandelt das Geschäft im April gleichzeitig wie das Massnahmenpaket zur Sanierung der städtischen Finanzen.

Die Kulturinstitutionen spielten in der städtischen Kulturpolitik eine zentrale Rolle, heisst es in der Pressemitteiloung weiter. Der Gemeinderat hat die Gesamtheit der Verträge mit den 29 Bieler Kulturinstitutionen für die nächste Leistungsvertragsperiode 2016-2019 verabschiedet. Er ist überzeugt, dass ein ausstrahlendes Kulturangebot zu einer entwicklungsfähigen Stadt gehört, und dass die Kulturinstitutionen zur Standortattraktivität beitragen sowie die lokale Kulturszene beleben. Die Institutionen müssten dabei ihre Angebote erneuern und weiterentwickeln können.

Das Kantonale Kulturförderungsgesetz (KKFG) wird das Budget der Stadt Biel ab 2016 entlasten, da Kanton und Gemeinden der Region ihre Beiträge erhöhen. Ein Teil der frei werdenden Mittel soll wiederum in die Kultur fliessen.

Kulturpolitische Prioritäten
Der Gemeinderat verfolgt für die kommende Vertragsperiode vier kulturpolitische Ziele, die er mit den Verhandlungspartnern festgelegt hat.
1. Die Bieler Kulturinstitutionen festigen: Die regionalen und die lokalen Kulturinstitutionen sollen konsolidiert werden. Die Verschiebungen infolge des Kulturförderungsgesetzes ermöglichen es, die Bieler Institutionen zu stärken: Ein Teil der frei werdenden Mittel fliesst wieder in die regionalen Kulturinstitutionen, die wegfallenden kantonalen Beiträge an die lokalen Institutionen werden von der Stadt übernommen.
2. Das französischsprachige Theater stärken und die Zweisprachigkeit fördern: Die Stiftung Spectacles français soll gestärkt werden und künftig die zwei Bühnen im Theater Palace und im Théâtre de Poche betreiben. Biel ist im Netzwerk für französischsprachige Bühnenkunst des Kantons Bern als Theaterort vorgesehen. Dieses Netzwerk wird die Bieler Angebote genauso bereichern wie auch die zusätzlichen Anlässe anderer Veranstaltern in den beiden Sälen. Die Tanz- und Musikveranstaltungen der Spectacles français ziehen auch deutschsprachiges Publikum an. Die Stiftung trägt zur reichhaltigen Zweisprachigkeit der Stadt bei. Auf lokaler Ebene werden die Beiträge an den Rennweg 26 erhöht zur Stärkung von zweisprachigen Theaterproduktionen für Kinder und Jugendliche.
3. Zeitgenössische Kunst und Fotografie sowie den Nachwuchs fördern: Das CentrePasquArt ist ein wichtiger Ort der Begegnung und eine Plattform für Kunstschaffende und Fotografinnen und Fotografen. Das Potential der Verbindungen zwischen Kunsthaus, Photoforum und Bieler Fototage kann noch vermehrt genutzt werden, um einem grösseren Publikum den Zugang zu zeitgenössischer Fotografie und Kunst zu ermöglichen. Beim Pod'Ring und bei Groovesound pic soll der Generationenwechsel ermöglicht und damit der Nachwuchs gefördert werden.
4. Ausstrahlung fördern: Die Bieler Kulturinstitutionen und ihre Angebote sind über die Region hinaus und sogar bis ins nahe Ausland bekannt. Sie tragen mit ihren Angeboten zur allgemeinen Wahrnehmung der Stadt Biel bei. Sie sollen ihren Bekanntheitsgrad noch steigern können. Das gilt sowohl für die Festivals, zum Beispiel die Fototage und das Festival du film français d'Helvétie, als auch beispielsweise für die Angebote des Theater Orchester Biel Solothurn.

Nachhaltige Haushaltsanierung
Die Erneuerung der Leistungsverträge erlaube es, das Kulturbudget der Stadt Biel gegenüber der Periode 2012-2015 um ca. CHF 270'000.— zu entlasten.

Im Massnahmenpaket 2016+ im Rahmen der nachhaltigen Haushaltsanierung schlägt der Gemeinderat Massnahmen vor, die drei regionale Institutionen betreffen (TOBS, NMB, Stadtbibliothek). Der Verzicht auf bestimmte Leistungen benötigt eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, die Verträge mit den betroffenen Institutionen abzuschliessen. Die vorgeschlagenen Kürzungen bei den Institutionen bedeuten ein grosses Opfer und sind schmerzhaft. Gleichwohl sollen sie die künstlerischen Angebote an sich nicht in Frage stellen.

Genehmigungsverfahren
Der Gemeinderat hat in eigener Kompetenz 18 Leistungsverträge mit den lokalen Kulturinstitutionen und mit einer regionalen Kulturinstitution, den Bieler Fototagen, für die Vertragsperiode 2016-2019 verabschiedet. Die Leistungsverträge für die lokalen Institutionen Filmpodium und Pod'Ring fallen in die Kompetenz des Stadtrates und werden deshalb gleichzeitig mit den Verträgen für acht regionale Institutionen zur Bewilligung vorgelegt. Die Leistungsverträge für das Theater Orchester Biel Solothurn und die Stadtbibliothek Biel kommen am 18. Oktober 2015 zur Gemeindeabstimmung. Der Vertrag für das Neues Museum Biel NMB unterliegt dem fakultativen Referendum.
Die Verträge mit den Kulturinstitutionen von regionaler Bedeutung wurden gemeinsam zwischen Stadt, den Regionen Biel/Bienne-Seeland Berner Jura (BBSBJ), dem Kanton Bern und den Institutionen ausgehandelt. Der Vertrag mit der Stiftung Theater Orchester Biel Solothurn TOBS wurde zusätzlich mit der Stadt Solothurn verhandelt. Für die lokalen Kulturinstitutionen ist die Stadt alleine zuständig.


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Kommentare

Daniel Andres erstellt am 19 März 2015

Da die Stadt bereits entlastet wurde (durch Kanton, Regionsgemeinden und im  Fall TOBS durch die Stadt Solothurn) ist nicht auszumachen, wieso zur Haushaltsanierungen zusätzliche Kürzungen bei drei wichtigen Institutionen (TOBS, NMB, Stadtbibliothek) vorgenommen werden sollen. Die Aussage, die künstlerischen Leistungen würden dadurch nicht beeinträchtigt, ist absolut falsch.

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